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Verfahren mit Netz

Ein Operationsverfahren mit Netz, wie es heute meist eingesetzt wird, bringt zwei grosse Vorteile: ein deutlich geringeres Rezidivrisiko und eine schnellere Belastbarkeit nach der Operation. Bereits nach wenigen Tagen kann der Patient nach einer Hernien-OP mit Netz wieder alles machen. Generell haben Patienten weniger Beschwerden, da beim netzlosen Verfahren die Nähte im Körper Spannungen verursachen können. Sehr selten kommt es zu Infekten oder Entzündungen, mit denen der Körper auf das Fremdmaterial reagiert. In diesen Fällen wird die Infektion oder Entzündung behandelt, das Netz aber drin belassen. Durch die Wirkung des Fremdkörpers (Kanten oder die Befestigung des Netzes) kann es in äusserst seltenen Fällen auch zu Nervenstörungen oder Narbenknötchen kommen, die Schmerzen verursachen.

Verschiedene Netze bei Hernien

Standard sind Polypropylen-Netze, die sehr leicht und grossporig sind und keine Allergien verursachen. Es gibt eine Fülle von verschiedenen Netzen, die wir bei den Operationen einsetzen. Es gibt Netze, die speziell beschichtet sind, so dass sie nicht mit dem Darm verkleben können oder Netze, bei denen sich Teile im Verlauf der Zeit auflösen, aber eine gewisse Grundstruktur zur Stabilisierung im Körper erhalten bleibt. Gewisse Netze wie das „PHASIX“ sind komplett biodegradierbar. Sie werden im Zeitraum von 15 bis 18 Monaten vom Körper abgebaut und durch körpereigenes, stabiles Bindegewebe ersetzt.

 

Unter Umständen arbeiten wir mit mehreren verschiedenen Netzen gleichzeitig. Mit einer Art Sandwich-Technik wird ein Netz auf der Seite des Darmes eingesetzt, welches durch die Spezialbeschichtung nicht mit dem Darm verkleben kann. In einer äusseren Schicht wird ein Netz platziert, dass sich später komplett auflöst. Unter der Hüllschicht verwenden wir ein drittes Netz, welches dauerhaft ist und die Stabilität sichert.

 

Vor der Operation ist es meistens noch unklar, welche Netze wir am besten verwenden. Wir haben im OP-Saal alle Netze an Lager und entscheiden dann während der Operation, was für die Behandlung am passendsten ist.

TAPP

TAPP steht für Transabdominelle Präperitoneale Plastik (Transabdominelle Patch Plastik) und ist ein minimalinvasives Operationsverfahren, bei dem die geschwächte Bauchwand nach der Hernienversorgung mit einem Netz verstärkt wird.

Zuerst wird über einen kleinen Schnitt am Rande des Bauchnabels eine hochauflösende Kamera eingeführt und der Bauchraum unter Sicht am Bildschirm mit CO2-Gas gefüllt. Dies schafft einen Arbeitsraum für den Chirurgen.

 

Die zwei weiteren kleinen Stiche, rechts und links des Bauchnabels, dienen der Einführung der Operationsinstrumente. Bei der TAPP-Technik wird das Bauchfell aufgeschnitten und die Operationswerkzeuge gelangen durch die Bauchhöhle zur Stelle der Bruchpforte. Der Bruchsack wird aus der Bruchpforte gelöst und zurückgestülpt. An der Stelle der Bruchpforte wird ein ausreichend grosses Kunststoffnetz über das Bauchfell gelegt. In gewissen Fällen fixieren Chirurgen das Netz mit Hilfe von Clips oder Spezialkleber an der Bauchmuskulatur. Danach wird das zuvor aufgeschnittene Bauchfell wieder mit Hilfe einer Naht verschlossen.

 

Bei eingeklemmten Hernien kommt hauptsächlich die TAPP-Technik zur Anwendung. Bei Leisten – und Femoralhernien, sowie bei grossen Nabelbrüchen, raten wir immer endoskopisch zu arbeiten – egal ob mit TAPP oder TEP. Bei Narbenhernien ist eine sehr individuell auf den Fall abgestimmte Behandlung nötig.

 

Die TAPP-Technik führen wir nur in Vollnarkose durch. Beachten Sie die wichtigen Punkte zur Nachsorge.

 

TEPP / TEP

TEP steht für Total Extraperitoneale Plastik und wird in der englischen Variante TEPP (Total Extraperitoneale Patch Plastik) geschrieben.

 

Die TEP-Technik ist ebenfalls minimalinvasiv und arbeitet auch mit einem Kunststoffnetz zur Stabilisierung. Der Unterschied zur TAPP-Technik ist, dass in diesem Fall das Bauchfell nicht eröffnet wird und der Eingriff in der Bauchdecke erfolgt.

 

Über den ersten Schnitt beim Bauchnabel wird mit Hilfe eines eingeführten Stabs oder Ballons ein künstlicher Raum zwischen Bauchfell und Muskulatur geschaffen. In diesen entstandenen Spalt wird nun CO2-Gas reingeblasen, um eine bessere Sicht zu ermöglichen. An der gleichen Stelle wird auch eine Spezialkamera eingeführt, mit der der Bruch betrachtet wird. Über zwei weitere Schnitte, rechts und links des Bauchnabels, werden die nötigen Operationsinstrumente eingeführt.

 

Der Bruchsack wird herausgelöst und die Bruchpforte mit einem Kunststoffnetz abgedeckt. Falls nötig, kann das Netz mit Hilfe einer Naht, Clips oder einem Gewebekleber zusätzlich fixiert werden. Meistens bleibt das Netz durch den Bauchinnendruck problemlos an seinem Platz.

 

Der Operateur arbeitet hier in der Zwischenschicht zwischen Bauchfell und Muskelwand, wo auch die Netzeinlage erfolgt. Es kann ohne Gewebedurchtrennung und Naht gearbeitet werden, was das Gewebe schont. Die TEP-Technik ist etwas anspruchsvoller zu erlernen als die TAPP-Technik. Grundsätzlich kommt es jedoch auf den Chirurgen an, welche Technik er bevorzugt.

 

Die TEP-Technik führen wir nur in Vollnarkose durch. Beachten Sie die wichtigen Punkte zur Nachsorge.

 

 

Lichtenstein

Die Methode nach Lichtenstein ist ein Operationsverfahren mit Netz, das oft bei Leistenbrüchen eingesetzt wird. Dabei wird mit einem etwa 5 – 8 cm langen Schnitt quer oberhalb des Leistenbandes im ersten Schritt die Bauchdeckenmuskulatur geöffnet. Bei einer direkten Hernie, die sich gegen die Körperaussenseite stülpt, kann der Bruchsack direkt zurück in die Bauchhöhle gebracht werden. Handelt es sich aber um eine indirekte Hernie, die in den Bauchraum hineinragt, muss der Bruchsack vom Samenstranggebilde getrennt und auch geöffnet werden. In den meisten Fällen befindet sich im Bruchsack nur Fettgewebe. Sollten sich auch Darmteile darin befinden, muss untersucht werden, ob diese von der Blutzufuhr abgeschnitten waren. Der Bruchinhalt wird wieder in die Bauchhöhle zurückbefördert und die Bruchpforte mit einer Naht verschlossen. Zusätzlich verstärkt der Chirurg die Bruchpforte in der Bauchwand mit einem Kunststoffnetz, welches zwischen die inneren und äusseren Bauchmuskeln gelegt wird. Das Netz wird mit einer Naht am Leistenband und am schrägen Bauchmuskel fixiert. Es gibt aber auch Netze, die sich mit einem Häkchen selbst fixieren oder selbstklebend sind.

 

Meist erfolgt der Eingriff in Vollnarkose. Teilnarkose oder eine lokale Betäubung wären unter Umständen jedoch ebenfalls möglich. Der Patient sollte sich nach dieser Operation etwa 3 Wochen schonen. Beachten Sie die wichtigen Punkte zur Nachsorge hier.

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Netzfreie Verfahren

Netzfreie Verfahren werden heute hauptsächlich bei sehr kleinen Brüchen oder bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt.

DaVinci Operationsroboter

Das Hernienzentrum Schweiz hat die Möglichkeit bei minimalinvasiven Eingriffen mit dem DaVinci Operationsroboter zu arbeiten.