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Narbenbrüche und Trokarhernien

hernienzentrum Dr.Med.Enrico Pöschmann
hernienzentrum 13-Okt. 2022

Narbenbrüche und Trokarhernien sind Spätfolgen von Operationen im Bauch- und Brustkorb-Bereich.


Für eine erfolgreiche Behandlung ist es wichtig, dass diese schnell operativ verschlossen werden, bevor innere Organe eingeklemmt werden oder sich die Schwachstelle weiter öffnen kann.

Vizeralchirurgische Eingriffe, im Speziellen Bauchwand-OPs, bringen immer ein gewisses Risiko mit sich. In etwa 10 bis 20 % der Fälle können in den darauffolgenden Monaten oder Jahren Narbenbrüche an den Nahtstellen im Inneren des Bauches entstehen. Auslöser dafür sind Nähte, die nie richtig verheilt sind. Besonders häufig tritt dies bei Nähten an der Hüllschicht der Muskulatur auf. Im Verlauf der Zeit können sich diese Nähte teilweise oder sogar ganz öffnen und führen zu Schwächen im Bereich der Bauchwand. Zudem hat das Narbengewebe nicht die gleiche Festigkeit und Elastizität wie das reguläre Gewebe und das Risiko ist dort grösser, dass sich an diesen Stellen eine Bruchpforte bilden kann. Dort kann sich dann das Bauchfell und innere Organe durch die Schwachstelle in der Bauchwand aus dem Bauchraum herausdrücken. Da diese Brücke im Bereich der Narben einer früheren Operation auftreten, nennt man sie Narbenbrüche.

Was begünstigt Narbenhernien?

Einfluss auf die Entstehung von Narbenbrüchen hat die Schnitt-Technik des Chirurgen, die Nahttechnik und das verwendete Nahtmaterial. Weitaus wichtigere Faktoren gehen aber vom Patienten aus. Ein hoher Anteil von Fettgewebe macht es dem Chirurgen schwieriger, die Wunden genau vernähen zu können und starkes Übergewicht erhöht den Druck im Bauchraum, so dass schneller Narbenhernien entstehen. Auch Krankheiten wie Diabetes, Wundheilungsstörungen, Kollagen-Erkrankungen oder Störungen im Bindegewebsstoffwechsel wirken sich negativ auf die Narbenheilung aus. Rauchen erhöht das Risiko für Narbenhernien sogar um das Vierfache. In den meisten Fällen stellt ein Narbenbruch für den Patienten kein grosses Risiko dar, sofern er sofort behandelt wird. Wenn sich allerdings Organe und Eingeweide im Bruch einklemmen, kann es zu einem Darmverschluss kommen, der, wenn er nicht sofort behandelt wird, lebensbedrohlich sein kann.

Trokarhernien als Folge von laparoskopischen Eingriffen

Früher traten Narbenbrüche noch viel häufiger nach grossen Bauch- und Brustkorb-OPs auf, da meist offen operiert wurde. Im Zeitalter der minimal-invasiven OPs ist dies deutlich seltener geworden. Allerdings können durch laparoskopische Eingriffe sogenannte Trokarhernien entstehen. Trokare sind stiftförmige Punktionsinstrumente, die benutzt werden, um dem Chirurgen Zugang zur Körperhöhle zu schaffen. Durch die Trokare, eine Art Zugangstunnel in den Bauchraum oder die Brusthöhle, können operative Instrumente oder Kameras eingeführt werden. Das Risiko eine Trokarhernie zu entwickeln, liegt bei rund 1 % und ist somit wesentlich kleiner als jenes für einen Narbenbruch. Aber auch diese kleinen Öffnungen können letztlich Narben im Gewebe oder Schwachstellen in den Faszien verursachen. An diesen Stellen kann sich Gewebe aus dem Bauchraum einklemmen und Schmerzen verursachen. Trokarhernien treten meist im Bereich des Bauchnabels oder in der Magengrube, also zwischen unterem Rippenbogen und Bauchnabel, auf.

Darmverschluss als Folge eines Narbenbruches

Grosse Narben sind um einiges gefährlicher als Trokar-Zugänge, da sich dort auch Teile des Darms einklemmen können, was im schlimmsten Fall zu einem Darmverschluss führen könnte. Es ist aber auch möglich, dass schrittweise weitere innere Organe durch die Schwachstellen gedrückt werden. Wird die korrigierende Operation zu spät durchgeführt, kann es sogar schwierig werden, den Bauch wieder korrekt zu verschliessen. Wichtig ist es vor allem, einen Narbenbruch frühzeitig zu erkennen. Hat der Patient eine entsprechende Vorwölbung im Bereich einer ehemaligen Operationsnarbe oder Schmerzen an dieser Stelle, sollte er dies umgehend bei einem Spezialisten abklären lassen. Gerade bei einem möglichen Darmverschluss ist schnelles Handeln unerlässlich.

Ablauf der Untersuchung und Behandlung bei Narbenbrüchen

Mittels einer Ultraschalluntersuchung lässt sich genau detektieren, wo die Narbe durchbrochen und geöffnet ist und wie groß die entstandene Lücke ist. Ergänzend kann hierzu eine Computertomographie erforderlich sein, während dieser das sogenannte Valsalva-Manöver durchgeführt wird. Hierbei presst der Patient während der Untersuchung leicht, so dass das gesamte Ausmaß des Bruches, also der Narbenhernie, sichtbar wird. Wie dann im Einzelnen operiert wird, richtet sich nach der Größe der Narbenhernie und dem Inhalt, sowie dem akuten Stadium und natürlich auch den bestehenden Voroperationen des Patientens. Wenn immer möglich, versucht man in der Viszeralchirurgie die Narbenhernie minimal invasiv zu korrigieren. Bei großen Brüchen ist es jedoch häufig erforderlich, die alte Narbe vollständig zu öffnen und einen kompletten Neuverschluss anzustreben. Wobei hier in den allermeisten Fällen auch eine Verstärkung durch die Implantation eines permanenten oder eines auflösbaren Kunststoff-Netzes erforderlich ist. Im Anschluss an diese Operation rät das Hernienzentrum in der Regel zu einer sechswöchigen Ruhezeit zur Entlastung der Bauchmuskulatur. Anschließend an den Aufenthalt in der Klinik müssen die Muskeln aufgebaut und gekräftigt werden, um eine dauerhafte Stabilität zu erreichen. Leiden Sie möglicherweise an einer Trokarhernie oder einem Narbenbruch? Oder haben Sie Probleme mit Hernien? Nehmen Sie Kontakt auf zum Hernienzentrum – wir beraten Sie kompetent und professionell.

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